Was ist Testosteron?

Bei Männern kann ein zu niedriger Testosteronwert zu weiblichen Zügen führen, also zu einer Feminisierung mit einem verstärkten Wachstum der Brustdrüsen. Was den Einfluss vom Alter auf Testosteron angeht, so kommt es bei Frauen im Verhältnis zu einem massiven Abfall innerhalb eines kurzen Zeitraums, während bei Männern der Abfall eher allmählich ist.  Im Durchschnitt beginnt der Testosteronspiegel im vierten Lebensjahrzehnt jährlich zwischen 1-2 Prozent langsam zu sinken.

Symptome für einen möglichen Mangel an Testosteron

  • Depressive Stimmung
  • Osteoporose
  • Diabetes Mellitus (Typ 2)
  • Rückgang von sexuellem Verlangen
  • Hitzewallungen
  • Verlust der Körperbehaarung (Achsel- oder Schamhaare)
  • Verringerter Bartwuchs
  • Schrumpfende Hoden
  • Unfruchtbarkeit
  • Reduzierte Muskelkraft und auch Muskelmasse
  • Anämie

Die Symptome sind selbstverständlich vom Alter abhängig und werden in der Regel nur dann behandelt, wenn es zu Beschwerden kommt. Eine Behandlung ist diesbezüglich mit Tabletten, Injektionen, Gels oder auch mit Pflastern möglich.

Wann ist eine Testosteron-Behandlung empfehlenswert?

Vor allem bei alternden Männern sollte ein Defizit nur dann behandelt werden, wenn der Testosteronmangel zu nachweislichen Beschwerden führt. Durch eine kompetente Behandlung können nicht nur die sexuelle Leistungsfähigkeit gesteigert werden, sondern auch die Muskelkraft und die Knochendichte. Die männlichen Geschlechtsmerkmale können durch eine Hormonbehandlung erhalten und in vielen Fällen verbessert werden. Allerdings sollte eine Behandlung nur auf Anraten von einem Arzt vorgenommen werden, da es eine unsachgemäße Einnahme zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann.

Wann sollte man KEIN Testosteron einnehmen?

  • Brustkrebs
  • Prostatakrebs
  • Unbehandelter Schlafapnoe
  • Polyglobulie (Zunahme von roten Blutkörperchen)
  • Zu hohen PSA (Prostataspezifisches Antigen) Werten
  • Herzinsuffizienz

Welche Nebenwirkungen sind durch die Einnahme von Testosteron möglich?

Die möglichen Nebenwirkungen sind u.a. auch von der Behandlungsform abhängig, da es beispielsweise zu Hautreizungen bei Pflastern führen kann, oder zu überhöhten Leberwerten bei Tabletten. Ansonsten sind die üblichsten Nebenwirkungen bei einer therapeutischen Testosteronbehandlung Akne oder fette Haut, Haarausfall, eine Vermehrung der roten Blutkörperchen, Schlafapnoe, Libido- und Stimmungsschwankungen vorwiegend bei intramuskulären Injektionen, sowie auch eine verminderte Fruchtbarkeit und Spermienproduktion.

Wie wird der Testosteronspiegel reguliert?

Vereinfacht ausgedrückt wird der Testosteronspiegel über das Zwischenhirn, der Hirnanhangsdrüse, sowie den Hoden (oder bei Frauen den Eierstöcken) über einem komplexen Kreislauf gesteuert. An ein Protein gebunden wird das Testosteron über das Blut zu den verschiedenen Zielorganen transportiert. Dieses Protein wird in der Kurzform SHBG genannt, Sexualhormon-bindendes Globulin. Teile vom Testosteron werden durch ein Enzym (5α-Reduktase) zu einem noch weitaus aktiveren Androstanolon oder Dihydrotestosteron (DHT) verstoffwechselt, also metabolisiert. Testosteron hemmt die Sekretion von LH (Luteinisierendem Hormon) in der Hirnanhangsdrüse und im Zwischenhirn das GnRH, das Gonadotropin-Releasing Hormon. Die Regulierung ist von verschiedenen Faktoren abhäng wie Sinnesreize, Stress, Lebensstil, Krankheiten, sowie auch von den Umweltbedingungen.

Welche Präparate gibt es für eine Testosteronbehandlung?

Es finden sich unterschiedliche Darreichungsformen für eine effektive Testosteron-Behandlung, die in der Regel verschreibungspflichtig sind und somit nur für eine exklusive medizinische Anwendung verabreicht werden. Dazu gehören die Testosteron-Gele die auf die Haut aufgetragen werden, Pflaster die auf den Hodensack geklebt werden, die Testosteron-Tabletten oder Kapseln, sowie die Testosteron-Spritzen, die in regelmäßigen Abständen vom Arzt verabreicht werden. Die genaue Behandlungs- und Darreichungsform ist vom Arzt abhängig. Für einen relativ guten Testosteronspiegel sorgen auch Testosteronimplantate, die allerdings nicht in allen Ländern zugelassen sind.

Testosteron für Sportler

Obwohl Testosteron auch gerne als Dopingmittel bezeichnet wird, ist es heutzutage für Ausdauersportler und Bodybuilder ein wichtiges Zusatzpräparat für einen beschleunigten Muskelaufbau, sowie um die von der Natur gesetzten Leistungsgrenzen zu überwinden. Bei diesen Mitteln handelt es sich in der Regel um synthetische Testosterone. Sie beschleunigen den Eiweißaufbau, was auch zu einem schnelleren Muskelaufbau führt, da die Muskelmasse dadurch verstärkt wird. Durch Testosteron wird die Zunahme der roten Blutkörperchen gefördert, dies verbessert den Sauerstofftransport und somit auch die allgemeine Leistungsfähigkeit. Schon seit Jahrzehnten wird das männliche Hormon erfolgreich von Hochleistungssportlern eingenommen, mittlerweile greifen aber auch immer mehr Hobbysportler auf Testosteron als Nahrungsergänzung zurück, um bei ihren Aktivitäten bessere Resultate zu erzielen.